Histamin Diät - spezielle Diät in einem speziellen Fall

Eine Histamin Diät ist in seltenen Fällen aus medizinischen Gründen nötig. Die Betroffenen sind zu 80 % weiblich und mittleren Alters. Es ist nicht eindeutig, ob sie wegen einer Erkrankung oder einer Allergie nötig ist.

Histamin ist ein in den Körperzellen vorhandener Stoff, auf den auch nicht einfach verzichtet werden kann. Von Histaminintoleranz oder Histaminose spricht man, wenn das mit der Nahrung aufgenommene Histamin nicht vertragen wird. Genau genommen liegt ein Mangel an diesem Enzym vor, das für den Abbau des Histamins erforderlich ist, und keine Allergie oder Unverträglichkeit. Betroffen sind weniger als 1 % der Bevölkerung, davon 80 % Frauen mittleren Alters.

Symptome sind Jucken oder Hautausschlag, Kopfschmerzen, Schwindel, Erkrankungen der Atemwege wie Schnupfen und Asthma, aber auch Blähungen, Durchfall und Übelkeit oder gar Herzrasen und Hypertonie, wobei diese Aufzählung nicht vollständig ist. Daraus ist schon zu erkennen, wie schwierig eine Diagnose zu erstellen ist.

Histamin ist vor allem in Rotwein, geräuchertem Fleisch, Fischkonserven und Meeresfrüchten, Hartkäse, Sauerkraut, eingelegtem Gemüse und in Bier, Hefe und Essig enthalten. Allgemein sind lange gelagerte Lebensmittel zu vermeiden.

Beim Verdacht auf eine solche Erkrankung wird der Arzt eine Histamin Diät verordnen, die auch ausschließen kann, dass Histamin an der Erkrankung beteiligt ist. Die Maximalvariante der Histamin Diät besteht darin, dass eine Woche lang nur Kartoffeln, Reis, Salz, Zucker und Wasser genossen werden dürfen. Eventuell kommen noch ärztlich verordnete Vitamine dazu. Strikt zu vermeiden sind Zitrusfrüchte oder alkoholische Getränke, da dadurch wieder körpereigenes Histamin freigesetzt würde. Wenn dies geholfen hat, kann zu einer histaminarmen Diät übergegangen werden. Dazu zählen möglichst frische und unbearbeitete Lebensmittel: Frischkäse, Joghurt, fangfrischer Fisch, frisches Obst wie Äpfel, Kirschen, Aprikosen oder Johannisbeeren, frisches Gemüse wie Kohl, aber auch Salat, Teigwaren aus Dinkel, Mais oder Reis, hefefreies Roggenbrot, Haferflocken, Eigelb und als Getränk Kokosmilch oder Kräutertee.

Falls die Erkrankung nach dieser Histamin Diät zurückgegangen ist, kann vorsichtig versucht werden, auch andere Lebensmittel wieder zu genießen. Falls es keinen Rückschlag gibt, war möglicherweise Histamin allein doch nicht die Ursache der Erkrankung.